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10 Sekunden für Taiwan
Gebetsbewegung für die
Arbeiterschicht Taiwans
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Die Arbeiterschicht Taiwans
60-70% der
Bevölkerung Taiwans gehören zur Arbeiterschicht, insgesamt
etwa 15 Millionen Menschen.
Davon sind weniger als 0,5 % Christen. Das heißt, dass 99,5 % der
Menschen in der Arbeiterschicht unerreicht mit dem Evangelium sind! Bis
jetzt haben sie noch nie von Jesus gehört. Ihr Leben ist bestimmt
von Ahnenverehrung, Götterkult, Wahrsagerei und Aberglaube.
Wir glauben, dass nur konkretes und beständiges Gebet die Herzen
für die Gute Nachricht von Jesus öffnen kann. Deswegen wollen
wir weltweit möglichst viele Gebetspartner mobilisieren, die
regelmäßig für die Arbeiterschicht Taiwans beten.
Religion
Religion in Taiwan ist eine Mischung aus Volksreligion und
traditioneller chinesischer Religion.
Die taiwanesische Volksreligion kann man als animistisch,
polytheistisch und synkretistisch beschreiben.
Animistisch bedeutet: Taiwanesen sind überzeugt, dass ihr Alltag
von unsichtbaren Mächten beeinflusst wird.
Polytheistisch bedeutet: Taiwanesen verehren eine Vielzahl von
Göttern.
Synkretistisch bedeutet: Taiwanesen haben verschiedenste und manchmal
sogar sich widersprechende Religionen zusammengemischt. Die Grenzen
sind fließend geworden, und neue Ideen werden gerne aufgenommen
Die traditionelle
Chinesische Religion ist eine Kombination von Ahnenverehrung, Taoismus
und Buddhismus. Obwohl jede dieser Religionen ihre eigenen Götter
und Lehren hat, werden sie oft so sehr vermischt, dass man nicht mehr
unterscheiden kann, was taoistisch und was buddhistisch ist.
Es gibt zwei Hauptgottheiten in Taiwan:
Matsu, die Göttin der See, kommt aus der taiwanesischen
Volksreligion.
Kuanyin ist die buddhistische Göttin der Gnade. Beide werden oft
im selben Tempel angebetet!
Es gibt mehr als 16.000 registrierte Tempel in Taiwan. Damit hat Taiwan
weltweit die meisten Pro-Kopf Tempel.
Die Menschen der Arbeiterschicht Taiwans glauben außerdem an die
Existenz von Geistern.
Sie sind überzeugt, dass jeder Mensch nach seinem Tod zu einem
Geist wird. Es gibt gute Geister und hungrige, böse Geister. Die
guten Geister werden von ihren Angehörigen regelmäßig
mit Weihrauch verehrt und mit Opfergaben wie Essen und “Geistergeld”
versorgt.
Wird ein Mensch nach seinem Tod nicht von seinen Nachkommen verehrt
oder starb er unter tragischen Umständen (z.B. bei einem Erdbeben
verschüttet), so wird er zu einem “Hungrigen Geist”.
Die Taiwanesen glauben, dass diese “Hungrigen Geister” Unglück auf
einen einzelnen oder die ganze Familie bringen können und so die
Ursache von Krankheiten, Familienkonflikten oder finanziellen Verlusten
sind.
Natürlich will niemand selbst ein Hungriger Geist werden. Deshalb
dient die Ahnenverehrung vor allem zwei Zwecken:
Zum einen sichert man sich dadurch die Gunst der eigenen Ahnen.
Zum anderen setzt man ein gutes Beispiel für die eigenen Kinder,
damit sie die Eltern nach deren Tod weiter verehren und durch
Opfergaben zu guten Geistern werden lassen.
Ahnenverehrung ist deswegen äußerst wichtig für die
Menschen der Arbeiterschicht. So wichtig, dass Kindern (besonders dem
ältesten Sohn) von ihren Eltern verboten wird, Christen zu werden,
„denn dann würdest du mich nach meinem Tod nicht verehren, und ich
müsste ein Hungriger Geist werden!“
Für die Durchführung der Ahnenverehrung gibt es in jedem Haus
einen Altar mit Ahnentafeln, auf denen die Namen der verstorbenen Ahnen
aufgeführt sind. Auf diesem Altar werden täglich Opfergaben
dargebracht.
Zusätzlich zu den Ahnentafeln sind auf dem Altar ein oder mehrere
Familiengötter aufgestellt. 
Während man bei der Ahnenverehrung die Geister / Ahnen
beschwichtigen will, will man mit den Göttern einen Handel machen.
Dieser “Handel” sieht so aus, dass man den betreffenden Gott durch
Weihrauch und Opfergaben verehrt und im Gegenzug dafür Schutz,
Beistand oder Segen erhält.
Am meisten wünscht man sich Segen in Form von Geld!
Mächtigere Götter werden in Tempeln verehrt. Die
populärsten Götter sind Tho-ti-kong, der Gott der Erde, und
Matsu, die Göttin der See.
Geschichte und Gesellschaft
Die Hokkien sprechenden Taiwanesen bilden die Mehrheit in der
Bevölkerung Taiwans. Sie sind Teil von weltweit etwa 49 Millionen
Hokkien sprechenden Chinesen.
Ihre Wurzeln gehen zurück in die Küstenprovinz Fujian, die
auf dem chinesischen Festland gegenüber Taiwan liegt.
Im frühen 13. Jahrhundert kam es zu einer massiven
Einwanderungswelle aus der Provinz Fujian nach Taiwan. Diese
Einwanderer vertrieben die ursprünglichen Bewohner Taiwans in die
Berge, wo sie noch heute in verschiedenen Ureinwohnerstämmen leben.
1623 – 1664 wurden Teile Taiwans von den Holländern besetzt.
1683 wurde Taiwan zum ersten Mal offiziell Teil des Chinesischen
Reiches. Es wurde als ein Verwaltungsbezirk der Provinz Fujian
geführt.
Als 1895 die chinesische Armee durch die Japaner in Korea besiegt
wurde, wurde Taiwan durch den Vertrag von Shimonoseki den Japanern
übergeben. Für die nächsten 50 Jahre war Taiwan unter
japanischer Herrschaft.
Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges musste das besiegte Japan seine
Kolonie wieder abtreten, und so kam Taiwan 1945 wieder unter
chinesische Herrschaft. 1949 landete der chinesische
Staatpräsident Chiang Kai-Shek mit der Kuomintang-Partei und ihrer
ganzen Armee auf der Flucht vor Mao Tse-Tungs Kommunisten auf Taiwan.
Dort rief er die "Nationale Republik China" aus und begann eine
Exil-Regierung.
Bis 1987 stand Taiwan unter Kriegsrecht, erst dann wurde der
Ausnahmezustand aufgehoben.
1996 wurde zum ersten Mal ein Präsident in einer demokratischen
Wahl gewählt.
In der zweiten Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 verlor die
regierende Kuomintang-Partei zum ersten Mal in 54 Jahren die
Regierungsmacht an die Oppositionspartei DPP (Demokratische
Fortschrittspartei)
Die meisten der Hokkien sprechenden Taiwanesen gehören zur
Arbeiterschicht. Sie arbeiten in Fabriken, betreiben Kleinläden
oder Garküchen, oder bieten verschiedenste Dienstleistungen an
(Autoreparatur, Friseure, Taxifahrer usw). Viele haben nur die
gesetzlich vorgeschriebene Mindestschulausbildung absolviert, aber nie
eine Berufsausbildung bekommen. Viele arbeiten auf Stundenlohnbasis
anstatt ein geregeltes Gehalt zu bekommen. Ihr Verdienst ist bedeutend
niedriger als der von besser ausgebildeten Arbeitern.
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